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Konzept zur Medienerziehung

 

1. Bedeutung der Medien für die erzieherische Arbeit

 

Medien nehmen heute eine zentrale Stellung in der privaten und beruflichen Lebenswelt sowie in der öffentlichen Meinungsbildung ein und prägen nachhaltig die Erfahrungen eines jeden Einzelnen – vor allem aber der Kinder und Jugendlichen.

Alle Medien, ob das Buch, die Zeitung, das Video, die Fernsehsendung oder das Computerspiel sind Mittel zur Wahrnehmung, Aneignung und Deutung von Welt. Medien bieten Bildungschancen und Unterhaltungsmöglichkeiten. Sie eröffnen Zugang zu unterschiedlichen Informationen und damit Möglichkeiten der Teilhabe am öffentlichen Leben. Medien initiieren Kommunikationsprozesse innerhalb der Gesellschaft und sind unverzichtbar für die demokratische Entwicklung unseres Gemeinwesens.

Durch den Einfluss der Massenmedien ist es möglich geworden, einer unüberschaubaren Menge von Empfängern bei räumlicher und zeitlicher Distanz gleiche Mitteilungen zu vermitteln. Damit eröffnen Medien Chancen für Weltoffenheit und Kommunikation.

Medien produzieren aber auch ein Überangebot an trivialen Informationen. Sie erzeugen Illusionen und propagieren Lebensstile, manipulieren den Konsumenten oder konfrontieren ihn mit offenen oder versteckten Formen von Gewalt. Die durch Medien veränderte und sich verändernde Wirklichkeit ist Chance und Herausforderung zugleich.

Schulische Medienerziehung greift vor allem konkrete Medienerfahrungen der Schüler auf. Sie vermittelt darüber hinaus aber auch neue Erfahrungen mit Medien. Medienerziehung ist auf die Befähigung der Schüler zum kompetenten Umgang mit Medien gerichtet und eng mit der Entwicklung von Lesekompetenz verknüpft.

2. Der Beitrag des Aufgabengebietes Medienerziehung zur Ausbildung von Kompetenzen

 

Medienerziehung ist auf den gelingenden Aufbau einer Handlungskompetenz gerichtet,

die es den Schülern ermöglicht, sich mit Ursachen, Wirkungen und Formen medialer Kommunikation auseinander zu setzen und sie zu einem sachgerechten und selbstbestimmten, kreativen und sozial verantwortlichen Handeln in einer von Medien durchdrungenen Welt zu befähigen.

Die Arbeit mit Medien leistet einen Beitrag für die Entwicklung von Sachkompetenz, indem sie dem Schüler ermöglicht, in verschiedenen Disziplinen unter Nutzung von Medien sich und andere zu informieren, Medien selbst sach- und adressatengerecht zu gestalten. Spezielle, für die Nutzung von Medien notwendige Lernstrategien gehören ebenso zur Methodenkompetenz wie das Gewinnen, Strukturieren, Verarbeiten und Präsentieren von Informationen. Der Schüler lernt, Standard-Software und Kommunikationsnetze korrekt und kompetent zu nutzen. Über die für den Medieneinsatz typischen Arbeitsformen wie Gruppen- und Partnerarbeit sowie andere Formen der mediengestützten Kommunikation und Kooperation hinaus ermöglicht die Medienerziehung dem Schüler die Ausbildung von Sozialkompetenz insbesondere durch die medialen Einblicke in das Leben früher und heute, nah und fern.

Der Schüler lernt bei der Nutzung und Gestaltung von Medien, Verantwortung zu übernehmen

und kann mit dem Urheberrecht sowie dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung korrekt umgehen. Seine Selbstkompetenz kann der Schüler entwickeln, indem er lernt, Informationen hinsichtlich des Wahrheitsgehaltes und der Authentizität kritisch zu beurteilen, medienbestimmte Gefühle, Vorstellungen und Verhaltensorientierungen zu erkennen und aufzuarbeiten sowie sich der Gefahr der Manipulation durch Informationen bewusst zu werden.

 

 

 

 

 

3. Aufgabenbereiche der Medienerziehung und ihre Ziele

 

Der Erwerb von Medienkompetenz vollzieht sich in fünf Aufgabenbereichen:

– Medienangebote sinnvoll auswählen und nutzen,

– Mediengestaltungen verstehen und bewerten,

– Medieneinflüsse erkennen und aufarbeiten,

– Medien hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Bedeutung analysieren,

– Eigene Medien gestalten und verbreiten.

Der Erwerb von Medienkompetenz ist eng verknüpft mit der Entwicklung von Lesekompetenz.

Diese beschreibt die Fähigkeit, geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren Absichten und ihrer formalen Struktur zu verstehen und in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können, sowie in der Lage zu sein, Texte für verschiedene Zwecke sachgerecht zu nutzen. Medienkompetenz und Lesekompetenz bilden ein enges Wechselverhältnis.

Einerseits ist die Entwicklung von Lesekompetenz eine wesentliche Voraussetzung für den Erwerb von Medienkompetenz. Andererseits leistet die kritisch-reflektive Auseinandersetzung mit Medien einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung von Lesekompetenz.

 

 

4. Prinzipien der Medienerziehung

 

Die Lebenswelt der Schüler und ihre Bedürfnisse bilden den Ausgangspunkt  medienerzieherischer Aktivitäten. Dabei werden bisherige mediale Erfahrungen der Schüler einbezogen und erweitert. Medienerziehung eröffnet neue Möglichkeiten personaler Kommunikation und folgt den nachstehend genannten mediendidaktischen Grundsätzen:

– Medienerziehung in der Schule erfolgt im Kontext einer inhaltlichen Problemstellung.

Dabei sind die Probleme in ihrer Komplexität aus verschiedenen Perspektiven zu erfassen. Dies wird oft zu fächerverbindendem und projektorientiertem Vorgehen führen.

– Medienerziehung fördert die Fähigkeit zu aktiver und genauer Wahrnehmung.

Dazu gehört auch, sich unvoreingenommen auf akustische und visuelle Eindrücke einzulassen, Gedanken und Interessen zu artikulieren, sich anregen zu lassen und das ästhetische Erleben der Medienrealität als Bereicherung zu erfahren.

– Medienerzieherische Projekte und Unterrichtseinheiten sind exemplarisch anzulegen.

Dies gilt im Hinblick auf die verschiedenen Aufgabenbereiche der Medienerziehung, aber auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Medien selbst. Nur über eine exemplarische Arbeit kann die Vielfalt der medialen Gestaltungsmöglichkeiten und Aussageformen in den Blick gebracht werden.

– Medienproduktion in der Schule ist nicht auf das bloße „Machen“ auszurichten.

Produktive Entfaltung und eine bewusste Auseinandersetzung sollten ineinander greifen.

– Medienerziehung bezieht den außerschulischen Bereich und die Öffentlichkeit ein

Das Umfeld der Schule bietet unterschiedliche, für die Medienerziehung authentische Arbeits- und Aufgabensituationen.

 

 

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5. Einsatz der Computer und des Internet im Fachunterricht

 

Der Computer und das Internet lassen sich - wie jedes andere Lehr- und Lernmedium auch – in jedes Unterrichtsfach integrieren.
Das Schulprofil der Liobaschule (Montessoripädagogik, Freiarbeit, fächerübergreifender Unterricht, Projektunterricht) ermöglicht den Einsatz von Computern. Die Schüler nutzen den PC in Einzel- und in Partnerarbeit.
Im Fachunterricht wird die Lernsoftware von Budenberg, von verschiedenen Verlagen, von Shareware und Freeware durchgeführt. Seit 2004 wird auch das Internet im Unterricht aktiv genutzt. Die Schüler und Schülerinnen haben die Möglichkeit, auf der Homepage der Schule zu surfen. Hier finden sie u.a. Arbeitsergebnisse ihrer Mitschüler.
Auf der Homepage können sich die Kinder leicht zu Recht finden.

 

5.1 Einsatz des PC im Mathematikunterrricht

Die Schüler haben im Mathematikunterricht im Rahmen des Wochenplanes die Möglichkeit, den PC zu nutzen. Diese Möglichkeit wird von allen Schülern mit Begeisterung genutzt.
Die Schüler sind sehr motiviert und haben viel Freude am Lernen. Der Computereinsatz ermöglicht eine qualitative Differenzierung – nicht nur im Zusammenhang mit Freiarbeit und Wochenplanarbeit.
Der Rechner kann auch im Rahmen der inneren Differenzierung eingesetzt werden. Kinder, die in einem Lernbereich noch unsicher sind, nutzen den Computer als Übungsmittel und Trainer.
Leistungsstarke Kinder beschäftigen sich mit schwierigeren Lernprogrammen oder geben selbständig Texte (z.B. Rechengeschichten) ein.

 

5.2 Einsatz des PC im Sachunterricht

Die Informationsbeschaffung mit Hilfe des Internets hat sich auf die Motivation der Schüler sehr positiv ausgewirkt. Seit Januar 2005 haben die Schüler die Möglichkeit über Suchmaschinen (z. B. Blinde Kuh - als Startseite auf allen PC) zu einem Thema zu recherchieren. Die Schüler haben die Möglichkeit, ihre thematischen Erarbeitungen im Internet zu veröffentlichen.

 

5.3 Einsatz des PC im Deutschunterricht

Im Deutschunterricht aller Klassen haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Schüler die Hausaufgaben mit viel Freude machen, wenn sie Teile der Hausaufgaben mit einem Textverarbeitungsprogramm bearbeiten dürfen.
Geschichten und Präsentationen, die im Deutschunterricht entstehen, können im Computer veröffentlicht werden. Die Schüler haben die Möglichkeit im Internet Geschichten zu lesen usw.
Des Weiteren wird der Computer für die Diktatvorbereitung genutzt. Zur Förderung der Lesekompetenz wird im Moment geplant, sich dem Internet-Leseprojekt „Antolin“ anzuschließen.

 

5.4 Fördern von Schülergruppen

Mit Hilfe spezieller Lernprogramme sollen lernschwache Kinder in Kleingruppen und während des Unterrichts im Rahmen der inneren Differenzierung gefördert werden. Ein Lernprogramm zur Förderung von Schülern mit LRS (Lernsoftware von Karolus) ist im Focus der Aufmerksamkeit.
Für lernschwache Kinder stellen Computer oft eine hohe Motivation dar. Viele Kinder nehmen freiwillig am Förderunterricht teil, weil sie wissen, dass dort häufig mit den Computern gearbeitet wird.

 

5.5 Selbstbewusstsein der Schüler

Das  „Helferprinzip“ ist gerade im Umgang mit den Computern von Vorteil. In den Klassen gibt es bereits  „Computerfachleute“. Das Selbstbewusstsein dieser Kinder wird durch die Arbeit mit dem Computer aufgebaut und gestärkt. Die Veröffentlichung der Arbeitsergebnisse im Internet gibt diesen eine besondere Würdigung.  Das Selbstbewusstsein der Schüler wird also auch mit Hilfe der Homepage gefördert.
Die Medienkompetenz wird im Unterrichtsalltag entwickelt.

 

5.6 Rolle der Lehrkräfte

Die Kinder arbeiten sehr selbständig. Die Lehrkräfte können gezielte, individuelle Hilfen geben.
Die hohe Motivation der Kinder unterstützt auch die Lehrerinnen, sich intensiver mit dem Computer und dem Internet zu beschäftigen. Mittlerweile nutzen alle Kolleginnen den PC und das Internet.
 

5.7 Erstellung einer Homepage für die Grundschule

Seit 1997 besteht die Homepage der Liobaschule Vechta. Die Homepage motiviert die Kinder bei der Erstellung ihrer Arbeiten. Es besteht die Möglichkeit, Gedichte zu veröffentlichen, Geschichten fürs Internet zu schreiben usw.
Die Schüler erfahren ihre Arbeitsergebnisse als bedeutungsvoll.

Mittlerweile werden die Arbeiten an der Homepage mit dem Content-Management-System (CMS) und dem Programm typo3 gestaltet. Das hat neben der dadurch erworbenen Professionalität auch Auswirkungen auf die Mitarbeit und die Darstellung der Schule sowie auf weitere technische Möglichkeiten (gesperrte Bereiche mit Passwortzugang, Suchfunktion, download von Dateien, etc.)
Seit 1999 können die Schüler selbst daran mitwirken, ihre Arbeitsergebnisse im Internet zu präsentieren!

 

5.8. Zusammenfassung: Schüler ins Netz

Auch die Schülerinnen und Schüler Liobaschule können mit dem Computer arbeiten. Einige Kinder haben sich mittlerweile zu „Computerfachleuten“ entwickelt. Der Umgang mit dem Computer gehört für die Kinder zum Schulalltag. Das Erlernen der Bedienung der Computersysteme ergab sich aus dem Einsatz der Neuen Medien im offenen Unterricht und durch die Nutzung der Computer in den Pausen.
Durch die Einrichtung von zusätzlichen multimediafähigen Medienecken in der Schule haben die Schüler die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten in Bezug auf Computer und Internet weiter auszubauen.
Unterrichtsversuche haben gezeigt, dass gerade die Nutzung des Internets im Unterricht zu sehr hoher Motivation und großer Einsatzbereitschaft bei den Kindern führt.
Die gängigen Arbeitsformen unserer Schule (Freiarbeit, Wochenplan, Projektunterricht) bieten viele Möglichkeiten, das Internet und moderne Lernsoftware in den Unterricht zu integrieren.
 
 5.9. Ziele und Perspektiven
Mit der Einrichtung von Medienecken sowie der Erstellung einer schuleigenen Homepage verfolgen wir zahlreiche Ziele:
- Profilbildung der Schule
- Medienkompetenz
- Förderung selbstgesteuerter Lernaktivitäten
- Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit
- Förderung von Kreativität und Produktivität
- Förderung des gleichberechtigten Zugangs von Mädchen und Jungen zu  Computern
- Arbeit mit dem Internet
- Entwicklung der Fähigkeit zur Recherche (mit Hilfe des Internets)
- Motivation der Schüler
- Förderung lernschwacher Schüler
- Fordern leistungsstarker Schüler
- Förderung von Schülern mit LRS
- Kommunikation mit anderen Schulen (Lehrer-Lehrer; Schüler-Schüler)
- Integration neuer Medien in den Fachunterricht
- Qualifizierung der Lehrkräfte
- Öffnung der Schule (Homepage)
- Vernetzung der Schule
- Arbeit mit Lernsoftware
- Projektunterricht

 

6. Ausstattung für das Schuljahr 2010/ 2011

 

Die Liobaschule plant für das Schuljahr 2010/ 2011 folgende Entwicklung und Erweiterung der Ausrüstungen :

-         die Einrichtung von Lerninseln,

-         die Ausrüstung der Lernwerkstatt mit weiteren Computern und Internetstationen

-         die Einrichtung eines Servers mit der Möglichkeit für VPN im Verwaltungsbereich

-         die Überarbeitung der Ausstattung und evtl. Vervollständigung mit einem weiteren Notebook und Beamer.

Die Ausstattungen sollen, soweit sie in diesem Jahr nicht realisierbar sind, im nächsten Jahr fortgeführt werden.