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Kurzkonzept

 

Der Schulkindergarten an der Liobaschule

 

 

Zu Beginn des Schuljahr 1994/1995 wurde durch den Schulträger der Stadt Vechta an der Liobaschule ein Schulkindergarten eingerichtet, den zunächst die Kinder aus dem Stadtgebiet Vechta zugewiesen wurden. Für das Schuljahr 1995/1996 wurde ein weiterer Schulkindergarten / Langförden aufgrund steigender Schülerzahlen notwendig. Das Einzugsgebiet des Schulkindergartens / Liobaschule begrenzt sich daraufhin überwiegend auf die Kinder des Stadtgebietes (Alexanderschule, Martin-Luther Schule, Grundschule Hagen, Christophorusschule, Marienschule Oythe, Overbergschule).

 

 

Wer das erste Knopfloch nicht findet, der kommt mit dem Knöpfen nicht zurecht. (Goethe)

Für einen glücklichen und erfolgreichen Schulanfang, ein entscheidendes Ereignis für die gesamte Schullaufbahn eines jeden Kindes, ist der Schulstart entscheidend. Der durch das Schulgesetz festgelegte Einschulungstermin beinhaltet nicht, dass zeitgleich alle schulpflichtigen Kinder mit Erfolg im Unterricht der ersten Grundschulklasse mitarbeiten können. Besondere Aufmerksamkeit haben in diesem Zusammenhang Kinder verdient, die zwar schulpflichtig, aber nicht schulfähig sind.

Nach dem geltendem Schulgesetz kann der Schulleiter gemäß §4 SchpflG ein schulpflichtiges Kind für 1 Jahr vom Schulbesuch zurückstellen, wenn im schulärztlichen Gutachten erhebliche Bedenken gegen die Einschulung geltend gemacht werden können. Vom Schulbesuch zurückgestellte Kinder werden in den Schulkindergarten aufgenommen.

 

 

 

Der Schulkindergarten ist ein Teil der Grundschule, arbeitet in einer eigenständigen Klasse und orientiert sich organisatorisch und räumlich in enger Kooperation an der zuständigen Grundschule.

 

 

Eine umfassende Integration des Schulkindergartens bewirkt, dass sich das noch nicht schulfähige Kind in seinem Selbstbewusstsein als Schulkind gestärkt fühlt und sich mit dem neuen Umfeld der Schule vertraut macht. Zugehörigkeit erfahren die Kinder durch äußere Attribute wie Schultasche, Schultüte, Schulanfängermützen, Arbeitshefte und Arbeitsmaterialien, sowie durch gemeinsame Aktivitäten mit den Jahrgansstufen 1-4, z.B. Einschulungs- und Karnevalsfeiern, Schulfeste, jahrgangsübergreifende Projektwochen, Wandertage, Sport- und Spielfeste, Theatervorstellungen, Teilnahme an den Forumsveranstaltungen.

 

 

Auf Grundlage der individuellen Möglichkeiten des einzelnen Kindes sollen Entwicklungsrückstände bzw. Störungen im sozialen, emotionalen, sprachlichen, motorischen oder kognitiven Bereich aufgegriffen und mit geeigneten Mitteln und Methoden ausgeglichen werden. Durch handelnden Umgang mit entsprechenden Materialien, durch sinnvolle spielerische Arbeit und individuell ausgewählte Angebote erfährt das Schulkindergartenkind Förderung nach ganzheitlichen Grundsätzen.

 

 

Es können bis zu 20 Kinder im Schulkindergarten aufgenommen werden, die täglich von 8.00h-11.30h anwesend sind. Von 11.30h – 12.30h wird Betreuungsunterricht angeboten.

Gründe für eine Zurückstellung können sich aus Entwicklungsdefiziten in den unterschiedlichsten Bereichen ergeben.

 

 

 

Der Schulkindergarten hat die Aufgabe, vom Schulbesuch zurückgestellte schulpflichtige Kinder so zu fördern, dass nicht nur Schulfähigkeit erreicht, sondern auch die allgemeine Schulbereitschaft gestärkt wird.

 

 

 

 

Grundlage aller pädagogischen Arbeitsmittel und -techniken bildet Maria Montessoris Leitsatz:

                                             Hilf mir es selbst zu tun !

 

Die Arbeit in Kleingruppen ermöglicht eine individuelle Förderung entsprechend dem jeweiligen Entwicklungsstands des Kindes.

 

 

Daneben bereiten Lerneinheiten im Klassenverband das Kind auf die Unterrichtssituation des 1. Schuljahres vor. Sie helfen ihm, sich auch in einer großen Gruppe angesprochen zu fühlen und dort zu bestehen.

 

 

 

 

Der Schulkindergarten ist eine einjährige Einrichtung und hat ein eigenständiges pädagogisches Profil, das ihn sowohl vom Kindergarten als auch vom 1. Schuljahr deutlich unterscheidet.

 

 

 

 

Auf Grundlage eines ganzheitlichen Konzepts und mit Hilfe individueller Förderpläne sollen Entwicklungsrückstände und –verzögerungen ausgeglichen und                                       

die Lust und Neugier auf die Schule gesteigert, sowie Motivation und Selbstvertrauen bewusst gestärkt werden.

Durch projekt- und handlungsorientierten Unterricht und spielende Tätigkeit sollen die Kinder „das Lernen erlernen“.                                        

Wesentliche Bildungsbereiche des einjährigen Programms des Schulkindergartens sind:

 

·         Sozialerziehung und Persönlichkeitsentwicklung

Im Rahmen der sozialen Erziehung bietet der Schulkindergarten dem Kind die Möglichkeit, vielfältige soziale Kontakte zu knüpfen und dabei unterschiedliche Verhaltensweisen, Situationen und Probleme zu erleben. Das Kind lernt, seine eigene Rolle innerhalb der Gruppe zu erfahren, andere Kinder zu akzeptieren, mit ihnen zu kooperieren und sich selbst mit seinen eigenen Stärken einzubringen.

·         Werte und Normen

Die Auseinandersetzung mit sozialen Themen, die über das Gruppen-   

geschehen hinausgehen, geschieht anhand von Medien und Situationen  

und vorbereiteten Gesprächssituationen.

 

·         Spracherziehung

Die Sprachpflege ist eingebettet in die Gesamterziehung. Auf vielfältige Art und Weise wird Sprache in ihrer Bedeutung als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel den Kindern nahegebracht. Bei Erzählungen, Bildbetrachtungen, Bildergeschichten, durch Lieder, Rätsel, Fingerspiele und im Rollenspiel sollen Kinder lernen, Sprache als Ausdrucksmittel adäquat zu gebrauchen, sprachlich Dargebotenes aufzunehmen und zu verarbeiten.

Spracherziehung im Schulkindergarten kann kein Ersatz für logopädische Therapieangebote für Kinder mit Sprachstörungen sein. Kooperation mit entsprechenden Sprachtherapeuten wird angestrebt und in der Regel durchgeführt.

Neben der Erweiterung des passiven und aktiven Wortschatzes, dem Einüben von Satzmustern und der Förderung der Sprechbereitschaft steht das differenzierte Hören als vorbereitende Übung zum Leselehrgang der nachfolgenden 1. Klasse im Zentrum der Sprachpflege.

·         Wahrnehmungsschulung

Die immer stärker auftretenden Entwicklungsauffälligkeiten der Wahrnehmungsdefizite sollen verstärkt durch differenzierte, individuell abgestimmte Übungen im auditiven, taktilen und visuellen Bereich ausgeglichen werden. Eine intensive Kooperation mit weiteren Fördereinrichtungen wie Frühförderung, Ergotherapie, Logopädie, Psychomotorik u.a. wird regelmäßig durchgeführt und Arbeitsweisen und –inhalte werden aufeinander abgestimmt.

 

·         Spielerziehung

Das Spiel nimmt im Schulvormittag eine zentrale Bedeutung ein; es   hat unter allen Methoden Priorität, alle Spielformen sind gleichzeitig Lernformen. Spielendes Handeln dient nicht nur der Einübung sozialer                     

Verhaltensweisen, sondern fördert darüber hinaus die Konzentration und die Ausdauer. 

·         Grundlagen mathematischer Erziehung

Durch das Differenzieren von Farben, Formen und Merkmalen sowie durch das Bilden, Erkennen und Vergleichen von Mengen und die Zuordnung von Mengen zu Ziffern gewinnt das Kind die Basis für mathematische Prozesse. In spielerischer Form wird die Vorstellung im Zahlen- und Mengenbereich sowie im Bereich von Raum und Zeit gefördert. Das handelnde und „begreifende“  Tun des Kindes mit adäquaten Materialien, hier Montessorimaterialien, eröffnet dem Kind den Zugang zur elementaren naturwissenschaftlichen Welt entsprechend seinem Entwicklungsstands.

·         Musische Erziehung

Kinder haben Freude an Musik und Bewegung; diese Freude ist zugleich Antrieb, der umgesetzt wird in Übungen zum differenzierten Hören, zur Körperwahrnehmung, zur Einordnung in die Gemeinschaft, zur Schulung der Konzentration. Die Kinder singen, erlernen Lieder, musizieren mit Musikinstrumenten und setzen Musik in Bewegung um. Vorgegebene und selbsterarbeitete Sprech-, Sing-, und Tanzspiele fördern das Einfühlungsvermögen, den Sinn für rhythmische Gestaltung und damit auch das Selbstvertrauen des Kindes

·         Bewegungserziehung und Rhythmik

Vielseitige Bewegungsmöglichkeiten im Sinne der Psychomotorik fördern die gesunde Gesamtentwicklung des Kindes. Der große Bewegungsdrang der Kinder ist Ausgangspunkt spielerischer Übungen mit und ohne Geräte. Kleinere Bewegungseinheiten sind fester Bestandteil des Unterrichts, sowohl der Klassenraum als auch der Schulhof bieten zur Umsetzung Gelegenheit. Durch wöchentliche Unterrichtsstunden „Sport“ werden Bewegungs-hemmungen abgebaut und Koordination, Geschicklichkeit, Körperspannung und Ausdauer geschult. Die differenzierte Bewegungserziehung vermittelt dem Kind Erfolge und stärkt es somit in seiner Selbstsicherheit und seinem Selbstvertrauen.

·         Bildnerisches Gestalten

Freies und aufgabengebundenes Gestalten sowie die Einführung in die Farbenwelt fördern Kreativität, Phantasie, ästhetisches Empfinden und in besonderem Maße das Selbstwertgefühl des Kindes. Durch stetige Übungen in den Bereichen Malen, Zeichnen, Modellieren, Basteln Werken wird die Handgeschicklichkeit erweitert und gesteigert.                                 

Übungen wie Fädeln, Schneiden, Stechen sowie Groß- und Kleinschwungübungen sind feinmotorische Grundübungen. Im fächer-übergreifenden Unterricht orientieren sich die Gestaltungsaufgaben häufig an Themen aus dem Bereichen Natur- und Sachbegegnung und Sprachpflege.

·         Natur- und Sachbegegnung

Dem Kind wird seine Umwelt durch Beobachtungen, handelndes Tun und Experimentieren einsichtig und begreiflich gemacht. Dazu dienen Unterrichtsgänge, Wandertage, Theaterbesuche sowie vorbereitete Angebote in verschiedenen Themenbereichen anhand von jahreszeitlichen Gegebenheiten und situativen Aktionen seitens der Kinder. Einen besonders hohen Stellenwert im Bereich der Umwelterfassung hat die Verkehrserziehung. Der sinnvolle Wechsel von Anspannung und Entspannung sowie von selbst gewählten und fremdbestimmten Aufgaben kennzeichnet die Arbeitsweise im Schulkindergarten. Lerneinheiten und Phasen der „Freien Arbeit“ sind in ihrem Rhythmus dem Entwicklungsstand und den Bedürfnissen der Kinder angepasst. Einzelarbeit und die Arbeit in Kleingruppen ermöglichen eine individuelle Förderung entsprechend dem jeweiligen Entwicklungsstands des Kindes.

 

 

Der vollständige Bildungsplan des Schulkindergartens

Stoffverteilungsplan.pdf

489 K