Vorbemerkungen zur Geschichte und Ausstattung der Einrichtung
Zu Beginn des Schuljahres 1994/95 wurde an der Liobaschule erstmals im Kreise Vechta überhaupt ein Schulkindergarten eingerichtet. Zunächst für Kinder aus dem gesamten Gebiet der Stadt Vechta, nach Einrichtung eines weiteren Schulkindergartens in Langförden im Jahre 1995 nur noch für Kinder, die im südlichen Bereich der Stadt wohnen (Alexanderschule, Martin-Luther Schule, Grundschule Hagen, Christophorusschule, Liobaschule).
Ein zweiter Schulkindergarten wurde erforderlich, weil die Anzahl der zurückgestellten Kinder anstieg und in eine Klasse möglichst nur 16 Kinder aufgenommen werden sollten. Durch Rückgang der zurückgestellten Kinder auf die Zahl 20 wurde 1998 der zweite SKG geschlossen und die Anzahl der Kinder im Schulkindergarten der Liobaschule auf maximal 20 Kinder erhöht.
Zur Zeit sind wir jedoch wieder in der Lage, zwei Schulkindergartengruppen, je eine in Langförden und eine an der Liobaschule, anbieten zu können. Dadurch sind die Gruppen im Jahre 2008 mit 15 Kindern gut besetzt.
Eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in einem Schulkindergarten ist eine entsprechende räumliche Ausstattung. Die Stadt Vechta hat sich große Mühe gegeben, gute Bedingungen zu schaffen. Den Kindern stehen zwei Räume - ein Klassenraum und ein Gruppenraum - und ein eigener Spielplatz mit Sandkasten, Schaukelanlage, Balancierstange und Sitzplätzen zur Verfügung. Die gesamte Außenfläche wurde im Rahmen eines Projektes im Jahre 2000 zum Tipi-Dorf umgewandelt.
Die Einrichtung der Räume wurde in Zusammenarbeit zwischen Stadt und Schule so gestaltet, dass die Kinder in einer ansprechenden Umgebung spielen und lernen können. Der Gruppenraum dient vor allem der Förderung in Kleingruppen und dem ungestörten Rollenspiel. Außerdem wurden im Rahmen einer umfangreichen Erstausstattung Lern- und Spielmaterialien so ausgewählt, dass den Kindern viele Möglichkeiten und Anregungen geboten werden, ihre Fantasie auszuleben oder auch gezielte Aufgaben spielerisch zu lösen.
So gehören zum Schulkindergarten u.a. eine Erzähl- und Bilderbuchecke, eine Bauecke, ein Kaufmannsladen mit Puppenecke, eine kindgerechte Kücheneinrichtung und ein Platz für Mal- und Knetarbeiten.
Der Landkreis Vechta sieht sich seit einigen Jahren leider nicht mehr in der Lage, die Beförderung der Kinder aus dem Schulkindergarten mit dem Taxi zu organisieren.und hat für die Kinder die Beförderung mit dem Schulbus angeordnet. Lediglich die Kinder, die zur nächsten Bushaltestelle einen Weg haben, der länger als zwei Kilometer ist, dürfen noch mit dem Taxi abgeholt werden. Die Gesamtkonferenz der Liobaschule bedauert diese Entscheidung und stellt fest, dass pädagogische Notwendigkeiten leider durch finanzielle Erwägungen ersetzt wurden.
Welche Kinder besuchen den Schulkindergarten?
In den Schulkindergarten können Kinder eingeschult werden, die ihrem Alter entsprechend schulpflichtig, aber aus verschiedenen Gründen motorischer, emotionaler, sozialer oder kognitiver Art noch nicht schulfähig sind.
Aufgaben und Ziele des Schulkindergartens
Die Ziele des Schulkindergartens ergeben sich aus den Bedürfnissen der Kinder, die ihn besuchen. Sie sollen so gefördert werden, dass sie nach einem Jahr schulfähig sind. Dem entsprechend versteht sich der Schulkindergarten als Bindeglied zwischen Kindergarten und Grundschule, keinesfalls jedoch als Vorschule. Inhalte der Grundschule dürfen also nicht vorweggenommen werden, sondern die Kinder sollen durch gezielte Förderung - auch in Kleingruppen - auf den Besuch des ersten Schuljahres vorbereitet werden.
Wichtige Ziele sind im Einzelnen:
- Gruppenfähigkeit: mit anderen Kindern zu spielen, ihnen zuzuhören und gemeinsam mit ihnen zu lernen.
- Selbstsicherheit, Selbstständigkeit: Durch größeres Selbstvertrauen kann Lernfreude, Lernbereitschaft gefördert werden. Belastbarkeit und Selbstkontrolle werden geübt.
-Spiel- und Lernverhalten: Ausdauer, Aufmerksamkeit, Zusammenarbeit werden spielerisch geübt.
- Motorik: Im Sportunterricht, in der Rhythmik wird die Bewegungsfähigkeit des gesamten Körpers geschult. Die Fähigkeit zur Feinmotorik (Vorbereitung auf das Schreiben) wird durch Schwungübungen mit Stiften sowie durch Malen, Kneten, Reißen, Falten,... erweitert.
- Wahrnehmung: Genaues Hören verschiedener Laute, genaues, unterscheidendes Sehen und feines Fühlen werden geschult.
- Sprache: Der Wortschatz der Kinder soll erweitert werden. Sie werden zum freien Erzählen und gezielten Berichten angehalten. Hier hat das wiederholte, intensive Betrachten von Bilderbüchern eine große Bedeutung.
- Mengenverständnis: Die Kinder sollen ein Vorverständnis von Mengen (simultanes Erfassen), Zahlen, Größen und Formen entwickeln.
Alle Ziele sollen von den Kindern in erster Linie durch spielerisches Tun in einer angstfreien, angenehmen, Vertrauen erweckenden Atmosphäre erreicht werden. Dabei ist ein steter Wechsel von freien Aktivitäten und geplanten Angeboten notwendig.
Lehrerinnen im Schulkindergarten
Im laufenden Schuljahr werden die Kinder von einer Klassenlehrerin betreut, die in allen 25 Wochenstunden mit den Kindern arbeitet. Die Kinder sind jeden Tag von 08.00 Uhr bis 12.30 Uhr in der Gruppe.
Zusammenarbeit mit den Eltern
Zur Erreichung der oben genannten Ziele bedarf es einer ständigen, intensiven Zusammenarbeit mit den Eltern. Diese erfolgt durch Elternabende, Elternbesuche, Elternsprechtage und Einzelgespräche, wann immer sie erforderlich sind.