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Pädagogische Grundlagen

 

Einige pädagogische Voraussetzungen für eine moderne Schule

 

Die Liobaschule will mit diesem Konzept versuchen, einer modernen, zeitgerechten Schulstruktur den Weg zu ebnen. Schule muss mehr sein als nur die Vermittlerin von Wissen und strukturierten Lerninhalten. Die Liobaschule nimmt durch ihr Konzept die Bedürfnisse der Schüler und Eltern wahr und setzt sie in einer pädagogischen und erzieherischen Umgebung durch das gesamte Schulleben in eine neue und kindgerechte Schule um. Das erklärte Ziel ist es, auf pädagogischem Wege die Visionen und Vorstellungen zu klären und Schule mit modernen Inhalten neu zu definieren. Das Kollegium ist sich jedoch dabei der Einschränkungen und Bedingungen, denen sich jede Gemeinschaft unterordnen muss, durchaus bewusst. Bei der Realisierung sind die Wünsche, Anregungen und Anforderungen der Kinder und Erziehungsberechtigten dennoch in hohem Maße berücksichtigt worden.

"Schule gestalten" bedeutet eine intensive Beachtung des Schullebens und der Lernumwelt sowie Verwirklichung eines umfangreichen Erziehungsauftrages. Die moderne Schule vermittelt gleichermaßen Individualität wie Gemeinschaftssinn, soziale Toleranz wie Arbeitshaltung, Leistungsbewusstsein wie gesellschaftliche Akzeptanz. Die Schule braucht für die optimale Förderung ihrer Kinder bei aller Realitätsnähe jedoch auch immer noch den Blick nach vorne, das Gespür für die Sorgen und Nöte des nächsten Jahres. Das Konzept der Liobaschule gestattet dem Kollegium, im Rahmen der Versorgung mit Unterrichtskräften, eine Konzentration auf das wesentliche Element der Schule - auf unsere Kinder.

Die Schule muss für jedes Kind eine Lern - und Lebensumwelt schaffen, in der es unabhängig von Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Aussehen die wichtigsten gesellschaftlichen Normen erwerben kann. Dazu gehören Lebensmut, Kreativität, geistige Interessen, Ausdrucksvermögen, Körperbeherrschung, Gerechtigkeitsempfinden, Einfügen in die Gemeinschaft und noch vieles mehr.

Die Liobaschule bietet durch ihr multikulturelles Erscheinungsbild ein genaues Abbild der Gesellschaft und kann alle Schülerinnen und Schüler auf den gemeinsamen weiteren Lebensweg mit Menschen anderer Herkunft und anderen Glaubens vorbereiten.
Alle Schulen begleiten im Rahmen ihres Erziehungsauftrages die Kinder ein Stück des Weges in die Welt der Erwachsenen. Die Kollegien übernehmen durch die Arbeit sowohl mit den Erziehungsberechtigten als auch mit den Schülerinnen und Schülern die pädagogische Verantwortung für den Schulvormittag. Die Eltern betreuen die Kinder in der Zeit vor und nach dem Unterricht und sorgen für eine angemessene Ausstattung der Kinder und für eine nahtlose Verbindung von Elternhaus und Schule durch ihre Mitarbeit. In diesem Zusammenhang muss auf die besondere Verantwortung der Erziehungsberechtigten verwiesen werden. Erziehung kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen - und idealerweise in die gleiche Richtung. Dafür brauchen wir Absprachen, die eingehalten werden.

Die Grundschule übernimmt im niedersächsischen Schulsystem eine sehr wichtige Aufgabe. Die grundlegenden Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen werden ausgebildet, die soziale Kompetenz wird angebahnt und wichtige Grundsätze zum Arbeitsverhalten werden eingeübt. Mit diesem Kapital müssen unsere Kinder in ihrer gesamten Schul- und Lebenszeit umgehen.

Die grundlegenden Qualitäten werden häufig angemahnt, manchmal als unzureichend klassifiziert und immer wieder gerne hinterfragt. Dabei darf nur nicht vergessen werden, dass hier junge Menschen unter Bedingungen aufwachsen, die sich Erwachsene nur noch schwer vorstellen können. Mit Plattitüden wie "Bei uns war alles viel ....." kommt niemand weiter, denn jede Jugend hat eigene Gesetze.

Die Gesamtkonferenz der Liobaschule legt deshalb besonderen Wert auf geregelte und verlässliche Schulzeiten, auf eine vernünftige Rhythmisierung des Tagesablaufes und auf eine kontinuierliche Integration von Lern- und Arbeitsphasen, Arbeitsgemeinschaften, Freiarbeitszeiten, Festen und Feiern in das Schulkonzept.

 

 

Die Arbeitswelt der Kinder in der Liobaschule

 

„ Es geht um eine Persönlichkeitsbildung, die es möglich macht, unsere Informationsgesellschaft engagiert mitzugestalten und die uns „wetterfest“ genug macht, auch nach persönlichen Rückschlägen nicht zu resignieren, sondern nach neuen Chancen zu suchen. Unter dieser „Lebenskompetenz“ verstehe ich folgende Eigenschaften: Selbstständigkeit, Bildungsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Verlässlichkeit, Kreativität,(....). Aber auch ein in sich selbst ruhen.“

 

Mit diesen Worten hat der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog sein persönliches ganzheitliches Menschenbild definiert. Die Konsequenzen für die Schulen können folgerichtig nur in Richtung individuellen, ganzheitlichen, vernetzten und differenzierenden Unterrichts weisen.

Die Lehrerinnen und Lehrer der Liobaschule sind sich einig in der Zielsetzung, ihre Schülerinnen und Schüler zu selbstbestimmten und freien Persönlichkeiten in sozialer Verantwortung zu erziehen. Aktive Teilname am kulturellen Leben unserer Stadt und der Region erfordert waches Selbstbewusstsein, kritisches Reflektieren und eigene Entscheidungen.

 

Ein auf Sachkenntnis gerichteter Unterricht muss sich auf gegenstandsgerichtete Lernweisen konzentrieren, denn nur die Harmonisierung von Gegenstand und Methode unterstützt erfolgreiches Lernen. Neben fachlichen Inhalten spielt dabei auch die Schulung und Förderung von Lern- und Arbeitstechniken eine wichtige Rolle. Unter Lern- und Arbeitstechniken sind Techniken, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verstehen, die der Auswahl, dem Erwerb, der Verarbeitung und der Auseinandersetzung mit den Inhalten dienen.

Die Einführung in die Arbeitswelt der Kinder beginnt an der Liobaschule mit der konsequenten Einübung in die Techniken des ordentlichen Umgangs mit eigenen und schulischen Lernmaterialen. Darauf aufbauend gewinnen alle Kinder ein immer größer werdendes Repertoire an Fertigkeiten zu effizientem Lernen. Diese Techniken erfordern von den Schülerinnen und Schüler Einsicht und wachsende Erkenntnis eigener Schwächen und Stärken.

 

Aufbauend auf diese Fähigkeiten sollen alle Kinder bei der Erarbeitung des altersgemäßen Lernstoffes immer eigenständiger werden. Für das Kollegium bedeutet dies, dass alle Kinder sowohl beim Erlernen von Lern- und Arbeitstechniken wie auch bei der Entwicklung eines individuellen Persönlichkeitsbildes unterstützt werden. Die Kinder erwerben dabei Kenntnisse zum motivierten und sicheren Umgang mit allen Lerninhalten. Zu den grundlegenden Persönlichkeitsmerkmalen gehören u.a. besonders Toleranz, Eigeninitiative, Teamfähigkeit und Zielstrebigkeit.

Lernen im ganzheitlichen Sinne muss besonders in der Grundschule mehr als fachspezifischer Kenntniserwerb sein. Neben fachlichem Wissensaufbau basiert der erfolgreiche Lernzuwachs der Schülerinnen und Schüler auch auf einem Zugewinn an methodischen Kompetenzen. Das gemeinsame Schulleben und der Umgang miteinander bildet dabei die Basis allgemeiner Kooperation und Teamfähigkeit. Besonders die verschiedenen Sozialformen des Unterrichts sind allgemeine Formen der Kooperation und ermöglichen die Förderung der Planung von Lernzeit, Lernstoff und Selbststeuerung.

 

Der Erkenntnisgewinn im ganzheitlichen Sinne wird insbesondere unterstützt durch:

1. Lernen durch selbstständige Auseinandersetzung mit dem Lernstoff

2. Lernen durch Erwerb von wissenschaftlichen Grundtechniken

3. Lernen durch Erwerb methodischer Fertigkeiten

4. Lernen durch Anbahnung von medialen Fähigkeiten

5. Lernen von Präsentationstechniken im Gruppen- und Klassenbereich

6. Lernen von Sozialkompetenz durch Einübung verschiedener Arbeitstechniken

Die Verwendung bekannter und innovativer Medien muss für alle Curricula einbezogen werden. Die Weitergabe eigener Arbeitsergebnisse und erworbenen Wissens in Vortrag und Präsentation werden in allen Jahrgangsstufen in altersgemäßer Form thematisiert und vorangebracht.

Bei dem Erwerb der erforderlichen Kompetenzen müssen alle an Erziehung beteiligten Gruppen zusammenarbeiten und auch das Gespräch mit den Kindern suchen. Hier bekommt der vertrauensvolle Umgang miteinander und der Austausch von Erkenntnissen ein besonderes Gewicht.


Methoden- und Wissenskompetenz sind in allen Fachbereichen verknüpft und werden in allen Bereichen unseres gemeinsamen schulischen Lernens gefördert. Dabei sollen die Kompetenzen der Kinder kontinuierlich gesteigert werden und dem Bereich des sozialen Lernens dabei ein besonderes Augenmerk gewidmet sein.

Lehrer wie Schüler stehen unter dem Druck der Sachzwänge und Termine. Klassenarbeiten liegen zum Teil in einem engen zeitlichen Rahmen, sodass manchmal die Häufung der Arbeiten nicht zu vermeiden ist. Deren sinnvolle und vorausschauende Planung und Bewältigung bedarf guter Organisation. Lernstoff lässt sich besser bewältigen, wenn die Lernzeit dafür sorgfältig eingeteilt wird. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Tagesplanung, Kenntnis seiner eigenen Tagesleistungskurve sowie genaue Zielvorstellungen, Selbstvertrauen und eine gute Einschätzungsfähigkeit von dem, was man leisten kann. Die realistische Einschätzung der Lernziele und deren selbstständige Kontrolle, sowie die gelungene Umsetzung können als grundlegende Elemente der Lernstoffbewältigung angesehen werden.

 

Im Zusammenhang mit besonderen Veranstaltungen an der Liobaschule ist eine sorgfältige und langfristige Planung erforderlich, damit die Schüler keine Benachteiligungen in Kauf nehmen müssen. Die Beteiligung an Veranstaltungen dieser Art in der Schule soll in jeder Hinsicht gefördert werden.

Darüber hinaus soll das Schuljahr durch Zeiten der Feste und des Feierns aufgelockert und in seinem Rhythmus bestimmt werden. Gelungene Schulfeste und Sportfeste sind nicht nur eine Bereicherung des schulischen Erlebens, sondern verstärken den Zusammenhalt in der Schulgemeinschaft.

Durch sukzessive Stärkung zunächst der Selbstwahrnehmung der  Schüler können diese Erfahrungen für die Wahrnehmung der Mitschüler individuell reflektiert eingesetzt werden. Für diese Entwicklung der Persönlichkeit und für das Erlangen von Sozialkompetenz spielen Methoden, die Kooperation und Teamfähigkeit schulen, eine wichtige Rolle, wenn die Schüler zuvor und begleitend immer wieder in ihrer Kommunikations- und Argumentationsfähigkeit gefordert und gefördert werden. Individuelle und soziale Erlebnisse werden durch die gezielte Reflexion zu eigenen Lernerfahrungen und fördern so Teamfähigkeit, soziales Lernen und gegenseitige Anerkennung. So wird auch die Fähigkeit der Verarbeitung von Erlebnissen der Schüler gestärkt.